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Angebotene Leistungen

Gewebetypisierungslabor

Gewebetypisierungstest

Der Gewebetypisierungstest wird durchgeführt, um vor einer Knochenmarktransplantation die Gewebeverträglichkeit zwischen Patientin bzw. Patient (Empfänger) und Spender (Donor) zu prüfen. Mit diesem Test wird der Typ der als HLA bezeichneten humanen Leukozytenantigene bestimmt. HLA-Antigene befinden sich beim Menschen auf der Oberfläche nahezu aller Zellen. Sie präsentieren in den Körper eingedrungene fremde Antigene und stimulieren das Immunsystem. Es gibt sehr viele Typen von HLA-Antigenen; jeder Mensch besitzt jedoch eine bestimmte Anzahl und Art von HLA-Antigenen. Ein Teil davon stammt von der Mutter, der andere vom Vater (genetische Vererbung) und wird als „Gewebetyp“ oder „HLA-Typ“ bezeichnet. Wird Gewebe von einer Person mit abweichendem HLA-Typ auf eine andere übertragen, kann der HLA-Typ des Spenders von der Patientin bzw. dem Patienten als „fremd“ erkannt werden. In einem solchen Fall wird das Immunsystem der Patientin bzw. des Patienten (Empfänger) aktiviert, um das übertragene Gewebe zu zerstören, und es kommt zur „Gewebeabstoßung“. Der Gewebetypisierungstest wird durchgeführt, um den am besten passenden Spender (Donor) mit Gewebeverträglichkeit zu finden und die Gewebeabstoßung zu verringern.

Für wen wird er durchgeführt:
In unserem Labor wird der Gewebetypisierungstest vor Knochenmarktransplantationen zwischen Verwandten durchgeführt. Vorrangig werden Geschwister, Mutter, Vater und Kinder der Patientin bzw. des Patienten untersucht. Wird kein geeigneter Spender gefunden, können auch Verwandte 3. und 4. Grades untersucht werden.

Wie wird der Test durchgeführt:
Die behandelnde Ärztin bzw. der behandelnde Arzt fordert für die Patientin bzw. den Patienten und deren Spender den „Gewebetypisierungstest“ an. Die Person, für die der Test angefordert wurde, geht zur Blutentnahmestelle und gibt eine Blutprobe ab. Mit den Blutproben wendet man sich an die Probenannahme des Gewebetypisierungslabors der Onkologieklinik. Im Labor werden nach der Identitätskontrolle die Blutproben entgegengenommen. Für die Patientin bzw. den Patienten wird eine Akte angelegt und das Patientenaufnahmeformular ausgefüllt. Verwandtschaftsgrade und Besonderheiten werden erfasst.

Der Gewebetypisierungstest wird mit molekulargenetischen Methoden durchgeführt. Zuerst wird aus der Blutprobe DNA isoliert. Mit der gewonnenen DNA werden Tests mit kommerziellen Kits durchgeführt, die die Methoden PCR-SSP und PCR-SSO umfassen. Die Testergebnisse werden analysiert und der Bericht wird gemäß der HLA-molekulargenetischen Terminologie erstellt. Der Bericht enthält die Typisierungsergebnisse der Loci HLA-A, HLA-B, HLA-C, HLA-DQ und HLA-DR.

Wichtige Hinweise zur HLA-Typisierung
Für den Gewebetypisierungstest wird eine Blutprobe aus dem Arm der antragstellenden Person verwendet. Die Blutprobe muss in zwei EDTA-Röhrchen (mit violettem Deckel) entnommen werden.

Wurde in den letzten 15 Tagen eine Bluttransfusion durchgeführt oder besteht eine Schwangerschaft, muss dies unbedingt dem Laborpersonal mitgeteilt werden. Die Probe wird abgelehnt, wenn die Etikettenangaben nicht korrekt erfasst oder verwischt sind, die Proben geronnen sind, das Probenröhrchen undicht, gebrochen oder gesprungen ist, die Proben nicht in das richtige Röhrchen entnommen wurden oder Angaben zur Patientin bzw. zum Patienten oder zum Spender fehlen (Diagnose, Name der anfordernden Ärztin bzw. des anfordernden Arztes, Adresse usw.).

Die Ergebnisse des Gewebetypisierungstests werden berichtet und innerhalb von 20 Tagen mitgeteilt. Die Berichte werden der behandelnden Ärztin bzw. dem behandelnden Arzt im verschlossenen Umschlag zugesandt und nicht an die Patientin bzw. den Patienten oder deren Angehörige ausgehändigt.

Da die Berichte genetische Informationen der Person enthalten, werden sie nicht in das Krankenhausinformationssystem hochgeladen. Sie werden auf dem Laborrechner passwortgeschützt aufbewahrt, und außer dem befugten Laborpersonal hat niemand Zugriff.