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Mikrobiologische Labore
In der Bakteriologie-Einheit unseres Labors werden an klinischen Proben mikroskopische Untersuchungen, bakteriologische Kulturen und Antibiotika-Empfindlichkeitstests durchgeführt. Pathogene Bakterien, die aus verschiedenen klinischen Proben (Sputum, Urin, Stuhl, Blut usw.) isoliert werden, werden zusätzlich zu konventionellen Methoden mit der modernsten MALDI-TOF-MS-Methode (Matrix-assisted laser desorption-ionization time-of-flight mass spectrometry) identifiziert. Gegen die isolierten pathogenen Bakterien werden Tests zur antimikrobiellen Empfindlichkeit nach internationalen Standards durchgeführt. Hierfür werden sowohl konventionelle Methoden wie Disk-Diffusion und E-Test eingesetzt als auch automatisierte Bakterienidentifizierungssysteme, mit denen die antimikrobielle Empfindlichkeit bis auf die Ebene der minimalen Hemmkonzentration (MHK) bestimmt wird. Blut-, Knochenmark- und Katheterkulturen werden mit automatisierten Kultursystemen ausgewertet; bei Nachweis pathogener Bakterien werden die oben genannten Identifizierungs- und Antibiotika-Empfindlichkeitsverfahren durchgeführt.
In der Serologie-Einheit unseres Labors wird nach Antikörpern, die gegen Infektionserreger (Bakterien, Viren, Pilze, Parasiten) oder gegen körpereigene Proteine (Autoimmunerkrankungen) gebildet werden, oder nach dem Vorhandensein spezifischer Mikroorganismen-Antigene gesucht. In unserem Labor wird ein sehr breites Spektrum an Tests zur Diagnose von Infektionskrankheiten, allen voran Hepatitis und HIV (AIDS), sowie von rheumatischen Erkrankungen durchgeführt. Zur Diagnose dieser Erkrankungen werden in klinischen Proben wie Blut, Urin und Gehirn-Rückenmark-Flüssigkeit die jeweiligen Antigene oder Antikörper mit modernster Technik untersucht und nach internationalen Diagnosestandards berichtet.
In unserer Mykologie-Einheit werden Tests zur Labordiagnose von Pilzinfektionen und zur Bestimmung der Empfindlichkeit von Pilzisolaten gegenüber Antimykotika durchgeführt. Zur Diagnose werden hierfür die direkte mikroskopische Untersuchung und Kulturverfahren eingesetzt, die heute als Goldstandard bei der Diagnose dieser Infektionen gelten; aus klinischen Proben angezüchtete Pilze werden mit klassischen Methoden bis auf Artebene identifiziert. Die Antimykotika-Empfindlichkeitstests, die bei der Auswahl der geeigneten Medikamente für die Behandlung wegweisend sind, werden mit Referenzmethoden durchgeführt, die von internationalen Komitees entwickelt wurden und deren Anwendung empfohlen wird. In unserer Mykologie-Einheit wird außerdem der Cryptococcus-Kapselantigentest zur Diagnose der durch diesen Pilz verursachten Infektionen begleitend zur direkten mikroskopischen Untersuchung und Kultur eingesetzt.
In unserer Parasitologie-Einheit werden Tests zur Labordiagnose parasitärer Infektionen durchgeführt. Zur Diagnose von Protozoen und Helminthen kommen hierfür die direkte mikroskopische Untersuchung, Dauerfärbemethoden und für einige Protozoen Kulturverfahren zum Einsatz. Im Labor eingehende Stuhlproben werden mit einem halbautomatisierten System mikroskopisch ausgewertet; mithilfe von Färbungen wie Trichrom und MAF kann eine Diagnose bis auf Artebene gestellt werden. Neben Stuhl werden auch Proben wie Blut, Sputum, bronchoalveoläre Lavage (BAL) und Zystenflüssigkeit untersucht; für die Diagnose wird auch das Fluoreszenzmikroskop genutzt.
In unserer Einheit für Molekulare Mikrobiologie werden Tests durchgeführt, mit denen krankheitsverursachende Mikroorganismen in klinischen Proben auf DNA- und RNA-Ebene nachgewiesen werden. Dazu werden nach der Nukleinsäureisolierung mit automatisierten Systemen Tests wie PCR, Real-Time-PCR, Streifenhybridisierung (Strip-Hybridisierung) und DNA-Sequenzanalyse mit den aktuellsten und zuverlässigsten Methoden durchgeführt. Diese Methoden werden nicht nur zur Diagnose, sondern auch zur Therapiekontrolle eingesetzt. Mit molekularen Methoden können insbesondere die Mengen wichtiger Mikroorganismen wie HBV, HCV, HIV und CMV in klinischen Proben auch quantitativ bestimmt werden; die Abnahme oder Zunahme der in bestimmten Abständen gemessenen Viruslast dient Klinikern als Orientierung für die Wirksamkeit der angewandten Therapie. In unserer Einheit für Molekulare Mikrobiologie können in verschiedenen klinischen Proben mehr als dreißig Mikroorganismen nachgewiesen werden.