Der Gebärmutterschleimhautkrebs, medizinisch „Endometriumkarzinom“, ist der Krebs bei Frauen, der am häufigsten mit Adipositas in Verbindung gebracht wird; bei 75 % dieser Patientengruppe wird Adipositas festgestellt. Die meisten Patientinnen mit Gebärmutterschleimhautkrebs stellen sich in einem frühen Stadium vor, und die onkologischen Langzeitergebnisse dieser Patientinnen sind nach einer chirurgischen Behandlung sehr erfolgreich. Dennoch hängen das Langzeitüberleben und die Lebensqualität der Patientinnen von der Behandlung der Adipositas und der damit verbundenen weiteren Probleme ab. Es liegen Daten vor, wonach die bariatrische Chirurgie gerade bei dieser Patientengruppe sowohl beim Gewichtsverlust als auch bei der Vorbeugung von Begleiterkrankungen und sogar bei der Senkung des Risikos eines Krebsrezidivs wirksam ist. Studien haben außerdem gezeigt, dass die Empfehlung eines bariatrischen Eingriffs bereits in einem frühen Stadium die Akzeptanz der Behandlung erhöht.
Bei unserer Patientin, die sich an die Abteilung für Frauenheilkunde und Geburtshilfe der Universitätskliniken Hacettepe wandte, wurden eine Superadipositas (Körpergewicht: 157 kg, BMI: 60) und aufgrund einer Endometriumbiopsie die Diagnose Gebärmutterschleimhautkrebs festgestellt. Durch die multidisziplinäre Entscheidung der Abteilung für Endokrinologie der Erwachsenenklinik, der Abteilung für Gynäkologisch-Onkologische Chirurgie und der Abteilung für Allgemeinchirurgie wurde festgelegt, dass für die langfristige Lebenserwartung und Lebensqualität der jungen Patientin die kombinierte robotische Hysterektomie und bariatrische Chirurgie die beste Behandlung sei. Die gleichzeitig von der Abteilung für Gynäkologisch-Onkologische Chirurgie und der Abteilung für Allgemeinchirurgie durchgeführte Operation wurde erfolgreich abgeschlossen. Bei diesem Eingriff, der als erster in der Türkei von Bedeutung ist, wurde auch die Narkose der Patientin von der Abteilung für Anästhesiologie und Reanimation erfolgreich geführt; unsere Patientin konnte am dritten Tag nach der Operation ohne Probleme entlassen werden.